Siemens

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Diese Seite entstand mit freundlicher Unterstüzung der Firma Siemens

Siemens: Das Unternehmen von 1847 – 1997 Die Radio und TV – Ära war nur ein kleiner Schritt bei Siemens.

1847 Werner Siemens entwickelt einen funktionssicheren Zeigertelegraphen; daraufhin wird in Berlin die „Telegraphen-Bauanstalt Siemens & Halske" von Werner Siemens und Johann Georg Halske gegründet

1848 Bau der ersten elektrischen Ferntelegraphenlinie Europas, Berlin-Frankfurt a.M. (fertiggestellt 1849)

1849 Werner Siemens nimmt seinen ehrenvollen Abschied vom Militär und widmet sich fortan voll dem Unternehmen Siemens & Halske

1850 Werners Bruder Wilhelm Siemens übernimmt die Agentur von Siemens & Halske in London


1851 Für die russischeTelegraphenlinie St. Petersburg-Moskau werden 75 Schreibtelegraphen geliefert

1852 Siemens & Halske bezieht eine ausbaufähige Fabrik in der Berliner Markgrafenstraße

1853 Der Bau des russischen Staatstelegraphennetzes wird begonnen

1854 Werner Siemens und C. Frischen geben unabhängig voneinander eine geeigneteTelegraphier-Schaltung für elektromagnetisches „Gegensprechen" an

1855 Gründung der russischen Zweiggesellschaft von Siemens & Halske unter Carl Siemens in St. Petersburg

1856 Werner Siemens erfindet den Doppel-T-Anker und verwendet ihn in einem Zeigertelegraphen mit Kurbelinduktor (Eisenbahntelegraph)

1857 Werner Siemens entwickelt eine Kabellegungstheorie (für Unterseekabel)

1858 Bei Siemens wird mit der Verteilung von „Inventurprämien" begonnen (heute: „Erfolgsbeteiligung") Die Siemens-Niederlassung in London wird als „Siemens, Halske & Co." selbständig; die Leitung hat Wilhelm Siemens

1859 Werner und Wilhelm Siemens werden zu persönlichen Beratern der englischen Regierung auf dem Gebiet der Tiefseekabel ernannt

1860 Werner Siemens schlägt ein Widerstands-Normal aus Quecksilber vor (Siemens-Einheit)

1861 Werner Siemens ist Mitbegründer der Deutschen Fortschrittspartei

1862 Werner Siemens wird Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses (bis 1866)

1863 In Woolwich an der Themse entsteht das erste Siemens-Kabelwerk

1864 Das Kupferbergwerk Kedabeg im Kaukasus wird erworben

1865 Die englische Siemens-Niederlassung wird umgebildet und in „Siemens Brothers" umbenannt

1866 Entdeckung des dynamoelektrischen Prinzips und Bau der ersten Dynamomaschine durch Werner Siemens

1867 Johann Georg Halske scheidet zum Jahresende bei Siemens & Halske aus der Geschäftsleitung aus

1868 Schaffung eines Unterstützungsfonds für in Not geratene Belegschaftsmitglieder

1869 Werners Bruder Carl Siemens übersiedelt von St. Petersburg nach London und fördert nachhaltig die Entwicklung der dortigen Siemens-Filiale

1870 Eröffnung der Indo-Europäischen Telegraphenlinie von London nach Kalkutta (im Bau seit 1868)

1871 Einführung des elektromechanischen Eisenbahn- Streckenblocks, entwickelt von C. Frischen

1872 Gründung einer Pensionskasse für die Siemens-Belegschaft in Berlin, London und St. Petersburg

1873 Sigmund Schuckert gründet in Nürnberg eine elektromechanische Werkstatt, die Keimzelle der Firma Schuckert

1874 Beginn der Verlegung einesTransatlantik-Telegraphenkabels mit dem firmeneigenen Kabeldampfer „Faraday" von Irland nach den USA (fertiggestellt 1875)

1875 Werner Siemens gibt das Prinzip einer lichtelektrischen Selenzelle an

1876 Siemens & Halske eröffnet in Berlin eine eigene Kabelfabrik

1877 In Erlangen gründet E. M. Reiniger einen Gewerbebetrieb mit Werkstatt

1878 Die Differential-Bogenlampe nach F. v. Hefner-Alteneck ist einsatzreif

1879 Auf der Berliner Gewerbeausstellung wird die erste elektrische Eisenbahn (mit Fremdstromversorgung) vorgeführt Gründung der österreichischen Siemens-Niederlassung in Wien durch Werners ältesten Sohn Arnold Siemens

1880 Erster elektrischer Aufzug in Mannheim von Siemens & Halske

1881 Erste elektrische Straßenbahn in Lichterfelde bei Berlin, gebaut von Siemens & Halske

1882 Elektrische Grubenlokomotive für das Kohlebergwerk Zaukeroda/Sachsen und erster Oberleitungsomnibus in Berlin

1883 Wilhelm Siemens wird von Queen Victoria geadelt (Sir William); er stirbt im selben Jahr

1884 Siemens & Halske erhalt ein deutsches Patent auf ein Kabel mit koaxialer Anordnung der Leiter, vornehmlich fürTelefoniezwecke

1885 J. G. Munker und Johann Sigmund Schuckert entwickeln eine Parabolspiegel-Schleifmaschine, die für die Scheinwerfertechnik große Bedeutung erlangt

1886 Werner Siemens wird Dr. med. h. c. der Universität Heidelberg und Ritter des Ordens „Pour le merite für Wissenschaften und Künste"

1887 Die auf Vorschlag von Werner Siemens (1883) und mit seiner Hilfe in Berlin gegründete Physikalisch-Technische Reichsanstalt nimmt ihre Tätigkeit auf

1888 Werner Siemens wird von Kaiser Friedrich III. in den preussischen erblichen Adelsstand erhoben

1889 W. Reichel konstruiert den Bügelstromabnehmer für Bahnen

1890 Werner von Siemens übergibt seine Firma an Bruder Carl und die Söhne Arnold und Wilhelm Das erste firmeneigene Technische Büro des Berliner Unternehmens wird in München eröffnet (vorher waren Abkommen mit Vertreterfirmen üblich)

1891 Als bahnbrechende sozialpolitische Maßnahme wird der 8,5-Stunden-Normalarbeitstag eingeführt (50-Stunden-Woche)

1892 Werner von Siemens stirbt in Berlin-Charlottenburg; er hat kurz vorher seine „Lebenserinnerungen" vollendet

1893 Auf der Weltausstellung in Chicago erregt der Drehstrommotor der Siemens-Versuchslokomotive Aufsehen; damit waren seit 1892 erfolgversprechende Fahrversuche unternommen worden

1894 Das erste eiektromechanische Siemens-Stellwerk wird in Prerau / Mähren auf der Franz-Ferdinand-Nordbahn in Betrieb genommen

1895 Werners Bruder Carl Siemens wird vom russischen Zaren in den finnischen Adelsstand erhoben

1896 Die von Siemens & Halske gebaute Untergrund-Bahn in Budapest, die erste auf dem europäischen Kontinent, wird eröffnet Siemens & Halske nimmt ein erstes Röntgenröhren-Patent

1897 Siemens & Halske wird Aktiengesellschaft; Carl von Siemens wird erster Vorsitzender des Aufsichtsrats

1898 Da die Nachfrage nach Automobilen mit elektrischem Antrieb steigt, werden auch bei Siemens & Halske in Berlin und bei der Elektrizitäts-AG vorm. Schuckert & Co. in Nürnberg derartige Akkumulator-Fahrzeuge ins Fertigungsprogramm aufgenommen

1899 Am Nonnendamm entsteht als erstes Fabrikgebäude das Kabelwerk Westend Auf der Weltausstellung in Paris erhalten Siemens-Exponate zahlreiche Grand Prix und Goldmedaillen

1900

1901 Die von der Elektrizitäts-AG vorm. Schlickert & Co. elektrisch" ausgestattete Wuppertaler Schwebebahn geht in Betrieb

1902 Die Stammstrecke der seit 1896 im Bau befindlichen Berliner Hoch- und Untergrundbahn wird eröffnet (Warschauer Brücke-Zoo)

1903 Gründung der Siemens-Schuckertwerke GmbH (ab 1927 AG) Siemens & Halske und die AEG gründen gemeinsam in Berlin die „Gesellschaft für drahtlose Telegraphie mbH, System Telefunken"

1904 Carl von Siemens tritt als Vorsitzender des Aufsichtsrats von Siemens & Halske zurück, Arnold von Siemens wird sein Nachfolger

1905 Die Tantallampe, erste erfolgreiche Metallfaden-Glühlampe, wird in Serie gefertigt

1906 Siemens Brothers Dynamo Works Ltd. wird in Stafford/England gegründet; Carl Friedrich von Siemens, der seit 1901 in England tätig ist, wird deren Managing Director (bis 1907)

Großfunkstation Nauen bei Berlin: Sie wurde 1906 in Betrieb genommen und entwickelte sich zur größten Sendestation der Welt

1907 In Berlin wird das Siemens-Archiv gegründet

1908 Die Protos-Automobile GmbH wird von den Siemens-Schuckert-werken erworben. Gründung der Siemens-Betriebskrankenkasse

1909 Das erste automatische Großstadt-Fernsprechamt wird in München-Schwabing in Betrieb genommen

1910 In Bad Harzburg wird das neuerbaute Ettershaus als Erholungsheim für Siemens-Mitarbeiter eröffnet; das Anwesen am Fuße des Ettersbergs hatte Werner Siemens 1881 käuflich erworben

1911 Die Siemens-Schuckertwerke bauen ein unstarres Luftschiff und eine drehbare Luftschiffhalle

1912 Das „Lieben-Konsortium" wird gebildet: Siemens & Halske , die AEG, Feiten & Guilleaume und Telefunken übernehmen Rechte an Liebens Erfindung (Verstärkerröhre)

1913 Das Verwaltungsgebäude der Siemens-Schuckertwerke am Nonnendamm wird bezogen

1914 Die Kolonie am Nonnendamm erhält den offiziellen Namen „Siemensstadt"

1915 Elektrische Lokomotiven werden mit großem Erfolg für den Erztransport auf der Riksgränsenbahn Kiruna-Narvik eingesetzt

1916 W. Schottky entwickelt die Lieben-Röhre zur Schutznetz-Verstär-kerröhre weiter

1917 Der Uhrturm in Siemensstadt (70 m Höhe) wird erbaut, Entwurf von H. Hertlein

1918 Arnold von Siemens stirbt; sein Nachfolger als Vorsitzender im Aufsichtsrat von Siemens & Halske wird Wilhelm von Siemens, der auch Vorsitzender im Aufsichtsrat der Siemens-Schuckertwerke ist

1919 Wilhelm von Siemens stirbt; sein Nachfolger wird Carl Friedrich von Siemens, der bis zu seinem Tod 1941 Vorsitzender der Aufsichtsräte von Siemens & Halske und den Siemens Schuckert-werken ist Gründung der Osram GmbH KG durch Siemens & Halske, AEG und Auer-Gesellschaft Einrichtung der Sozialpolitischen Abteilung

1920

1920 Das Haus Siemens geht mit der Stinnes- Gruppe für einige Jahre eine Interessengemeinschaft ein: Siemens- Rheinelbe- Schuckert- Union

1921 Fertigstellung des Rheinland-Fernsprechkabels Berlin-Köln (im Bau seit 1912), eines Vorläufers des europäischen Fernkabelnetzes

1922 Für erholungsbedürftige Kinder von Siemens-Mitarbeitern wird in Neuhof bei Heringsdorf das Eleonore eröffnet

1923 Die erste Fernsprechvermittlung mit automatischer Gebührenerfassung wird in der Netzgruppe Weilheim erprobt Gründung der japanischen Tochtergesellschaft Fusi Denki Seizo KK in Tokio


1924 Mit der Firma Westinghouse in Pittsburgh (USA) wird eine Vereinbarung über Patentnutzung abgeschlossen

1925 Bau des Shannon-Wasserkraftwerks in Irland (erste Ausbaustufe fertiggestellt 1930)

1926 Auf dem Potsdamer Platz in Berlin wird in einem „Verkehrsturm"die erste Lichtsignalanlage Deutschlands zur Verkehrssteuerung eingerichtet (nebeneinanderliegende Signallampen rot/gelb/grün)

1927 Die Siemens- Schuckertwerke erwerben die Mülheimer Turbinenfabrik.


1928 Gründung der Siemens- Planiawerke AG (Herstellung von Kohlefabrikaten) Gründung der Vereinigte Eisenbahn-Signalwerke GmbH (gemeinsam mit der AEG)

1929 Automatischer Fernschreib- Betrieb im internen Siemens-Netz (grundlegend für späteres deutsches Telex-Netz)

1930

1930 Die Mehrzweck-Elektrolokomotive E 44 (heute 144), konstruiert von W. Reichel, wird vorgestellt

1931 Das Kraftwerk West in Berlin wird vollendet

1932 Die Siemens-Reiniger-Werke AG, Erlangen, geht aus der Siemens- Reiniger- Veifa- Gesellschaft hervor (Herstellung und Vertrieb elektromedizinischer Erzeugnisse)

1933 Der Siemens- Hell- Schreiber (nach R. Hell) wird entwickelt

1934 Koaxialkabel sind einsatzreif: 200 Ferngespräche und ein Fernsehkanal können gleichzeitig übertragen werden

1935 Zusammenfassung der Siemens-Werbung in der Hauptwerbeabteilung

1936 Das Kabel- und Leitungswerk in Neustadt bei Coburg wird gegründet

1937 Das Wasserkraftwerk Rouhiala wird in Finnland errichtet

1938 W. Schottky entwickelt seine Randschichttheorie; sie ist bahnbrechend für die Halbleiterentwicklung

1939 Das Elektronenmikroskop von E. Ruska und B. v. Borries ist reif zur Serienfertigung (30 OOOfache Vergrößerung) Die Siemens- Schuckertwerke gehen in den Alleinbesitz von Siemens & Halske über.

1940

1940 Das Luftfahrtgerätewerk Hakenfelde wird gegründet (insbesondere zur „Autopilot'- Weiterentwicklung und -Fertigung)

1941 Carl Friedrich von Siemens stirbt; Hermann von Siemens übernimmt den Vorsitz der Aufsichtsräte von Siemens & Halske und den Siemens-Schuckertwerken Siemens & Halske tritt den 50%-Anteii der Telefunken-Gesell-schaft an die AEG ab und erwirbt dafür deren Anteile an anderen Unternehmen

1942 K. Clusius, H. Welker und E. Holz nehmen ein Patent auf eine Anordnung zur Gleichrichtung sehr kurzer elektromagnetischer Wellen, mit Germanium als Halbleiter; auf dieser Grundlage wird bei Siemens die Germanium-Richtleiter-Fertigung aufgenommen

1943 Durch die schweren Luftangriffe auf Deutschland werden in zunehmendem Maße auch die Siemens-Werke in Mitleidenschaft gezogen; umfangreiche Fertigungsverlagerungen, besonders aus Berlin, werden notwendig

1944 Ein Betatron (Elektronenbeschleuniger) für 6 MeV wird fertiggestellt und in Betrieb genommen; solche Geräte finden heute in der Hochenergie-Strahlentherapie und in der Materialuntersuchung Verwendung

1945 Einrichtung von Gruppenleitungen des Hauses Siemens außerhalb Berlins und Demontage der Berliner Siemens-Werke, Verlust der ost- und mitteldeutschen Betriebe und ausländischen Niederlassungen (der Substanzverlust beträgt etwa 80%)

1946 Friedrich Carl Siemens, ein Sohn von Werners Bruder Friedrich Siemens, übernimmt bis 1948 stellvertretend für Hermann von Siemens den Vorsitz der Aufsichtsräte von Siemens & Halske und den Siemens-Schuckertwerken

1947 Das durch die Kriegsfolgen zunächst lahmgelegte Siemens-Exportgeschäft beginnt sich wieder zu entwickeln.

1948 Das von Siemens & Halske entwickelte erste Gleisbildstellwerk für den Bahnhof Düsseldorf-Derendorf geht in Betrieb

1949 Wiederaufbau des Kraftwerks West in Berlin (neuer Name ab 1953: Kraftwerk Reuter)

1950

1950 Bei großen Turbogeneratoren setzt sich auch in Europa die Wasserstoffkühlung durch; für das WärmekraftwerkTavazzano bei Mailand/Italien werden zwei Turbosätze von je 62,5 MW gebaut (Fertigstellung der Anlage 1952)

1951 Die Erfolgsbeteiligung für Siemens-Mitarbeiter wird wieder eingeführt


1952 Die Landesfernwahl, von Siemens seit 1923 technisch vorbereitet, wird in der Bundesrepublik Deutschland postamtlich eingeschaltet


1953 Das Zonenziehverfahren zur Herstellung von Reinstsilizium wird bei Siemens entwickelt

1954 Beginn der Entwicklung der Datenverarbeitung

1955 Für den Stuttgarter Fernsehturm wird die elektrische Ausrüstung geliefert

1956 Als Nachfolger von Hermann von Siemens wird Ernst von Siemens Vorsitzender der Aufsichtsräte der Siemens & Halske AG und der Siemens-Schuckertwerke AG. Inbetriebnahme des 300-MW-Dampfkraftwerks San Nicolas in Argentinien


1956 Siemens – Fernsehgeräte; Werbung aus dem Jahre 1956

1957 Gründung der Siemens-Electrogeräte AG (Hausgeräte, Rundfunk, Fernsehen)

1958 Die Carl Friedrich von Siemens-Stiftung wird gegründet, In Schweden wird erstmals ein Herzschrittmacher implantiert

1959 Das elektronische Bausteinsystem für Steuerungen, „Simatic' wird eingeführt (seit 1957 schon für die Steuerung von Werkzeugmaschinen verwendet); es entwickelt sich zu einem wichtigen Element der Siemens-Automatisierungstechnik Der erste serienmäßig gefertigte volltransistorisierte Universalrechner „Siemens 2002" wird an Hochschulen geliefert

1960 Das Haus Siemens beschäftigt weltweit mehr als 200 000 Mitarbeiter


1961 Das Pumpspeicher-Wasserkraftwerk Leitzach II der Stadtwerke München geht in Betrieb; die beiden Maschinensätze werden von München aus ferngesteuert und dienen der Spitzenlastdeckung

1962 In München wird das erste elektronisch gesteuerte Fernsprechamt in Betrieb genommen

1963 Für Lehrzwecke werden an Hochschulen Unterrichtsreaktoren geliefert

1964 In Raisting (Oberbayern) wird mit der Errichtung einer Erdfunkstelle begonnen, die sich zur größten Satelliten-Erdfunkstelle der Weit entwickelt (mit 5 Antennenanlagen)

1965 Die amerikanische Marssonde „Mariner IV" mit Siemens-Scheibentriode sendet Aufnahmen von der Marsoberfläche (über rund 220 Millionen Kilometer)

1966 Zusammenfassung von Siemens & Halske AG, Siemens- Schuckertwerke AG und Siemens-Reiniger-Werke AG zur Siemens AG; Ernst von Siemens wird Vorsitzender des Aufsichtsrats der Siemens AG (bis 1971)

1967 Gründung der Bosch-Siemens Hausgeräte GmbH (BSHG)

1968 Inbetriebnahme der ersten prozeßrechnergeführten Leitstelle für ein deutsches Höchstspannungsnetz (bei HEW)

1969 Siemens und die AEG gründen gemeinsam die Kraftwerk Union AG (KWU) und die Transformatoren Union AG (TU)

1970 Mit einem Siemens-Laser erzeugte farbig-bewegte Interferenz-Lichtfiguren dienen zur Bühnengestaltung bei den Münchner Opernfestspielen

1971 Peter von Siemens wird Nachfolger von Ernst von Siemens als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Siemens AG (bis 1981)

Hier enden die Einträge:


Hier nun noch etwas spezielles über die Radiozeit bei Siemens

Information und Unterhaltung für alle

Der erste deutsche Unterhaltungssender wurde am 29. Oktober 1923 in Berlin in Betrieb genommen. Nur einen Monat später waren etwa 500 Rundfunkteilnehmer gemeldet. Drei Jahre später gab es bereits eine Million Teilnehmer. Im Jahr 1931 hatte jede vierte Familie ein Radiogerät, und 1939 näherte sich die Hörerzahl bereits der 10- Millionen- Grenze. Die Anfänge der Funktechnik gehen ins 19. Jahrhundert zurück. Guglielmo Marconi führte 1897 in England erste Versuche mit den von Heinrich Hertz entdeckten elektromagnetischen Wellen durch. Parallel dazu experimentierten in Deutschland Adolf Slaby von der AEG und Ferdinand Braun von Siemens & Halske mit der drahtlosen Telegraphie. Die erbitterte Konkurrenz, die zwischen den beiden bestand, fand mit der gemeinsamen Gründung der „Gesellschaft für drahtlose Telegraphie mbH" genannt „Telefunken"ein Ende, Während des Ersten Weltkriegs wurde die Funktechnik vor allem aus militärischen Erwägungen weiterentwickelt. Anfang der zwanziger Jahre setzte die Rundfunkbewegung, ausgehend von Amerika, in großem Umfang ein und verbreitete sich als Massenmedium in alle Welt. In Deutschland erlangte Hans Bredow, der bis 1919 Generaldirektor bei Telefunken war, durch die Gründung regionaler Sender als „Vater des deutschen Rundfunks" Berühmtheit. Der „Siemens-D-Zug" von Siemens & Halske, ein dreistufiges Röhrengerät mit Trichterlautsprecher, wurde auf der ersten Großen Deutschen Funkausstellung 1924 in Berlin vorgestellt. Dabei hatte Siemens & Halske erst 1923 die Entwicklung und Produktion von Rundfunkempfängern aufgenommen. Schnell avancierte das Radio vom Experimentiergerät zum Einrichtungsgegenstand, bildete den Mittelpunkt der „guten Stube" Diese repräsentative Funktion kommt auch in dem Spitznamen „Herr im Frack" zum Ausdruck -wie der 5- Kreis- 4- Röhren- Superhet- Empfänger „Schatulle" von Siemens & Halske aus dem Jahr 1935 gern genannt wurde. Durch die Produktion des Volksempfängers, einer Gemeinschaftsentwicklung der deutschen Rundfunkindustrie, wurde die Verbreitung des Radios – nun als Propaganda-Instrument – enorm gefördert. Er war bereits für 75 Mark zu haben, während für einen Spitzenempfänger wie den „Herrn im Frack" noch fast das Vierfache bezahlt werden mußte. Die Entwicklung des Fernsehens ist durch eine Vielzahl verschiedener Erfindungen bestimmt, die hier in einem neuen Medium zusammengeführt wurden. Grundlage war die punktuelle Bildabtastung, wie sie der Berliner Student der Naturwissenschaften Paul Nipkow schon 1884 vorgeschlagen hatte. Doch es dauerte noch einige Zeit, bis die technischen Voraussetzungen für dieses Prinzip geschaffen waren. In Deutschland war Telefunken die erste Firma, die sich zusammen mit Siemens & Halske und August Karolus mit der Fernsehtechnik beschäftigte. Auf der Großen Deutschen Funkausstellung 1928, auf der das Fernsehen erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, präsentierte Telefunken ein System, das durch Projektion bereits 75 x 75 cm große Bilder auf einer Mattscheibe ermöglichte. Aber erst mit der elektronischen Abtastung begann um 1930 der Siegeszug des Fernsehens, und die ersten UKW-Fernsehsender wurden in Betrieb genommen. Der Sender „Paul Nipkow" in Berlin-Witzleben verbreitete ab 1935 das erste regelmäßige und öffentliche Fernsehprogramm der Welt. Im selben Jahr machten die Nationalsozialisten dem Rundfunkpionier Bredow und anderen, die für einen unabhängigen Rundfunk eingetreten waren, den Prozeß und schickten sie ins Konzentrationslager. Die Olympischen Spiele 1936 in Berlin wurden zur Feuerprobe der Live- Übertragung: Die Kameras in den Stadien waren über Breitbandkabel mit dem Studio verbunden, wo man sie wahlweise auf den Sender schaltete. Mit dabei war der Aufnahmeoperateur und junge Ingenieur Walter Bruch, der spätere Erfinder des PAL- Farbfemsehverfah-rens. Als Empfangsstationen hatte man in Berlin neben privaten Anlagen 27 Fernsehstuben und zwei Großprojektionssäle eingerichtet. Auf der letzten Funkausstellung vor dem Krieg stellte Telefunken 1939 den „Fernseh- Einheitsempfänger" vor, der mit der ersten Rechteckbildröhre der Welt (19,5 x 22,5 cm) ausgerüstet war und 650 Mark kosten sollte. Die Produktion wurde jedoch wegen des Krieges nicht mehr aufgenommen.


Datenherkunft; Broschüre 150 Jahre Siemens.

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Diese Seite wurde unter Mithilfe der Firma Siemens am 27,05,2004 ins Leben gerufen.

Für die Unterstützung möchte ich mich hier noch einmal ganz herzlich bedanken.

Alexandra Kinter

Siemens AG

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