Stassfurt

Aus Radiomuseum-bocket.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Staßfurt: Die Geschichte einer Radio

Firma 80 Jahre Staßfurter Rundfunktechnik

Deckblatt

Deutschland kann auf 80 Jahre Rundfunkgeschichte zurückblicken. In Staßfurt wurde ein Teil dieser Geschichte mitgeschrieben. So wurde der erste "Super" in Europa im Jahr 1928 in Staßfurt in Serie produziert. Unter dem Markennamen "STASSFURTER IMPERIAL" wurden in den 30er Jahren Rundfunkgeräte der Spitzenklasse verkauft. Mit Beginn des 2. Weltkrieges wurde die Rundfunkproduktion eingestellt. Während des Krieges wurden in der Firma Funkgeräte und Ausrüstungen für die Wehrmacht produziert. Nach dem Krieg begann die Produktion wieder mit Rundfunkgeräten. Die Materialien dazu stammen zum Teil aus Wehrmachtsbeständen. Mit der Enteignung der Betriebe erhielt die Firma den Namen "VEB Stern-Radio Stassfurt". Die Rundfunkproduktion erfolgte dann noch bis 1962. Ab 1961 begann man in Staßfurt mit der Umstellung auf eine intensive Fernsehproduktion. Unter dem Namen "VEB Fernsehgerätewerk Stassfurt" – alleiniger Produzent von Fernsehgeräten in der damaligen DDR- wurden bis über 500 000 Stück im Jahr 1988 produziert. Staßfurt an der Bode, gelegen in der Provinz Sachsen, war in den 20er Jahren, nach dem Rückgang der Kaliproduktion, eine aufstrebende Industriestadt mit etwa 25 000 Einwohnern. Die nächsten größeren bekannten Orte und Städte im Umkreis bis 50 km sind Magdeburg, Köthen, Halle und Halberstadt mit dem östlichen Harzvorland. Der industrielle Aufschwung, der späteren Kreisstadt, beruhte auf Kali- und Steinsalzvorkommen sowie auf Braunkohle und Kalksteinlager, die ab 1852 erschlossen und abgebaut wurden. Dazu gehörten bedeutende chemische Werke und Betriebe des Maschinen- und Apparatebaus. Das örtliche, 1899 im Athenslebener Weg gegründete Energieversorgungsunternehmen, "Staßfurter Licht- und Kraftwerke AG", gehörte ab 1912 zur Deutschen Continental-Gas-Gesellschaft in Dessau. Das Unternehmen war gegliedert in Stromversorgung, Ankerwickelei, Mechanische Werkstätten und in Kleinbahn für Personen- und Güterverkehr. Die Straßenbahn wies z. B. 1921 ein Fahrgastaufkommen von 1,55 Mio. Personen auf. 1923 begann das Rundfunkzeitalter in Deutschland. Die ersten Musiksendungen kamen am

29. Oktober aus dem VOX-Haus in Berlin. Zur gleichen Zeit wurde in den Licht-Kraftwerken die Radio-Abteilung durch Direktor Adolf Steindorff gegründet. Sein Sohn, Dipl-Ing. Wolf Steindorff (1900-1976), übernahm die Leitung der Abteilung. Steindorff jun., 1918 im Krieg als Funker, befasste sich schon während seiner Studienzeit mit der Entwicklung von Radioempfang. Detektor-Empfänger mit Kopfhörer konnten ohne "Audion-Versuchserlaubnis der Reichs-Telegraphen-Verwaltung" gebaut werden. So wurden in kleinen Stückzahlen Detektor-Empfänger, Ein-Röhren-Audion-Radios und Drehkonsentatoren gebaut. Für Rundfunkgeräte galt noch das Prinzip des Geradeaus-Empfängers (Antenne, Kristall-Detektor oder Audion, Verstärker, Lautsprecher, Stromversorgung).

seite-2

D-Zug Bausteine / Batteriebetrieb: RTV-Stempel vom 17.12.1924

1912 „ STASSFURTER LICHT- UND KRAFTWERKE A.G.“ neu gegründet.

1920 Radio—Versuchs — Labor bei der „STASSFURTER LICHT- UNDKRAFTWERKE A.G.“ (zugehörig zum Konzern der „DCGG: Deutsche Continental Gas Gesellschaft — Dessau) am Athenslebener Weg von W. Steindoff eingerichtet

1923 begann das Rundfunkzeitalter in Deutschland. Die erste Musiksendungen kamen am 29. Oktober aus dem VOX-Haus in Berlin. Zur gleichen Zeit wurde in den Licht-Kraftwerken die Radio-Abteilung durch Direktor Adolf Steindorff gegründet. Sein Sohn, Dipl-Ing. Wolf Steindorff (1900-! 976), übernahm die Leitung der Abteilung. Steindorff jun., 1918 im Krieg als Funker, befasste sich schon während seiner Studienzeit mit der Entwicklung von Radioempfang. Detektor-Empfänger mit Kopfhörer konnten ohne "Audion-Versuchserlaubnis der Reichs-Telegraphen-Verwaltung" gebaut werden. So wurden in kleinen Stückzahlen Detektor-Empfänger, Ein-Röhren-Audion-Radios und Drehkonsentatoren gebaut. Für Rundfunkgeräte galt noch das Prinzip des Geradeaus-Empfängers (Antenne, Kristall-Detektor oder Audion, Verstärker, Lautsprecher, Stromversorgung). Aufbau der Radioabteilung in der damaligen "Staßfurter Licht- und Kraftwerke A.G." Es werden erste Detektorgeräte, Drehkondensatoren und einfache Röhrengeräte produziert. Gründung der Tischlerei für Radiomöbel — Alfred Diesing, Löderburger Straße 14.

seite-3

Radio-Schrank/Batterie-Betrieb: Typ T4 1924

1924 1924 Es entsteht ein Röhren Audion mit begrenzter Rückkopplung

1925 Die Radio – Belegschaft zählt etwa 15 Personen

1927 Radio-Elektriker und -Mechaniker entwickelten sich aus den Berufen Schlosser und Klempner. Es sind bereits 400 Beschäftigte bei Stassfurt tätig. Bis zu diesem Zeitpunkt hat Staßfurt bereits 25000 Empfänger hergestellt. Funkausstellung in Berlin : Netzanschlußgeräte für Heiz- und Anodenstrom, Präzisions — Drehkondensatoren , Präzisions — Fensterskalen, neue hochwertige Empfängertypen.

1928 Fertigung des Rundfunkgerätes mit dem Namen "Mikrohet". Erster deutscher Superhet — Empfänger wird von „Staßfurter Licht und Kraftwerke AG, Abt. Radiobau, weltweit verkauft. Ein Geräte-Reparaturdienst wurde im Tränerital eingerichtet.

1929 Alle wichtigen Großhändler führen nun Empfänger von Stassfurt 1930 Die Superhet – Geräte erhalten den Namen Imperial. In der Löderburger Straße in Stassfurt entsteht ein neues Werk. Die Produktion von Militärtechnik beginnt.

seite-4

Stellpultgerät/Batterie-Betrieb Typ TK 3 1925/26

1931 Einführung der Geräte-Typbezeichnung "Imperial", ab 1936 als Firmensymbol. Trennung „LICHT- UND KRAFT“ von Abteilung „Radiobau“. Firmierung unter „STASSFURTER RUNDFUNK — GESELLSCHAFT MBH“ mit ca. 600 Beschäftigten.

1932 1. Juli: Gründung "Staßfurter Rundfunk-Gesellschaft mbH, Direktor Wolf Steindorff, Stammpersonal 426 Mitarbeiter. Selbstständige Firma. losgelöst \on Licht- und Kraftwerke, beide gehörten zur Deutschen Cortinental-Gas-Gesekscnaft~ Sitz in Dessau. Auszug aus dem Vortrag unseres Herrn Ing. Josef Schulte anlässlich der Vorführung unserer Geräte in Anwesenheit der Berliner Händlerschaft am 15. August 19321 und Vertretern der Presse (am 16. August 1932: "5 Jahre Superhetbau können wir dieses jahr als Überschrift über unser Fabrikationsprogramm setzen. Wir haben im Laufe dieser Jahre viele und reichliche Erfahrungen auf diesem Gebiete gesammelt. Nachstehend sollen die Schwierigkeiten. die sich dem Entwicklungsgang dieser Empfängertypen entgegenstellten, kurz betrachtet werden. Es sei ausdrücklich bemerkt, daß wir bei der l(onstruktion unserer Superhet-Typen keine Vorbilder aufzuweisen hatten und unsere eigenen Wege gehen mußten. Die amerikanischen Verhältnisse bezüglich der Konstruktion dieses Empfängers kommen für den europäischen Markt nicht in Frage, da der Amerikaner bekanntlich nur mit einem ‚kurzen' Wellenbereich von 200 bis 500 m arbeitet und die Schwierigkeiten hierbei lange nicht so groß sind. Hierzu kommt noch, daß gerade der Superhet als Empfänger-Typ von vielen Seiten verkannt worden ist und der Vertrieb desselben sich dieserhalb ungeheuer schwierig gestaltete. Die Tatsache, daß der Superhet heute auf der ganzen Linie gesiegt hat, erfüllt uns mit Genugtuung. Wir können deshalb gerade jetzt unsere Erfahrungen auf diesem Spezial-Gebiete besonders gut anbringen und Geräte den Rundfunk-hörern vorlegen, die keine Experimente mehr darstellen. sondern ausgereifte Konstruktionen sind. Seit 5 Jahren beschäftigen wir uns mit dem Bau ~on Superheterodyn-Empfängern. Es muß noch besonders betont werden. daß im Laufe dieser Zeit auf unsere Veranlassung hin viele Bauelemente auf den Markt gebracht sind, die den Bau eines TransponierungsEmpfängers heute wesentlich erleichtern." Mikrohet mit geeichter Skala

seite-5-01

​Typ MH Fabrik-Nummer: 1819: Baujahr 1927

1933 Aufnahme einer zusätzlichen kommerziellen Fertigung als sogenannte „Behördenfertigung“ und Produktionsbeginn des Gemeinschaftsempfängers Typ VE 301. Im Auftrag der Reichsregierung begann die Fertigung von Volksempfängern VE 301 (Preis 65-76 RM). Saisonbedingte Höchstbeschäftigungszahl = 1 115 Personen.

1934 Gründung der "Staßfurter Rundfunkgesellschaft mbH" 1000 Jahr— Feiern der Stadt Staßfurt.

1935 Ein Großbrand zerstört die Tischlerei Diesing fast vollständig. Es erfolgt ein Neubau auf dem Gelände der ehem. chem. Fabrik von Forster & Grüneberg an der Gänsefurther Straße.

1936 entstanden an der Löderburger Landstraße moderne Fabrikgebäude mit dem neu geschaffenen Firmenzeichen:

seite-5-wappen

„STASSFURTER IMPERIAL“ auf ausgebreiteten Adlerschwingen.

1937 Beginn der Entwicklung von Funksprechgeräten für das Heer, so genannte Behördenaufträge. Hochleistungs-5-Röhren Neutrodyne-Empfänger

seite-6

mit Widerstandverstäker – Batterie-Betrieb: Typ: Concert Baujahr: 1927

1938 Bezug des Verwaltungsgebäudes mit Konstruktionsbüros, Entwicklungslabor usw. In der zivilen Fertigung nur noch Superhet- und Volksempfänger, neu der Kleinempfänger DKE 38. Im Juni: Bezug der neuen Werksanlagen an der Löderburger Straße. 850 Beschäftigte, davon 700 Frauen. Produktionshalle 1 = 7 000 qm: Fertigung am laufenden Band, lange Arbeitstische sogenannte Schiebebänder, auf denen die Montage-Schlitten mit den aufgesetzten Radio-Chassis von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz geschoben wurden.

1939 September: Mit Kriegsbeginn endete mit dem Modelljahr 1939/40 die zivile Rundfunk-empfänger-Entwicklung, weiter gebaut wurden Volks- und Kleinempfänger VE 301 Wdyn und DKE 38, später DKE 43. Von 55 381 gebauten Rundfunkempfängern gingen 15 Prozent in den Export. Beginn der Behörderifertigung: Feldfunksprechgeräte für die Infanterie, Funksprechgeräte (BzB) für Panzerkampfwagen, Panzeraufidärer und Panzer-jäger. Entwicklung von Lenk-Sende- und Empfangsgeräte für fernlenkbare Gleitbomben und nachgelenkte Fallbomben für die Luftwaffe. Entwicklung von Klein-Funksprechgeräten (Dorette) für bodenkämpfende Truppe.

1940/41 So genannte Verlagerungsbetriebe wurden eingerichtet in Alexisbad, Meisdorf, Bernburg, Hecklingen und Greiz. Beschäftigte insgesamt: 1 600 Personen. Qualitätsführer in Deutschland bei Musiktruhen unter dem Markennamen "Imperial"

1943 Es gibt außer dem DKE 38 nur noch Rüstungsproduktion.

Herkumftshinweis: Auf diesen Seiten wurden teilweise Texte und Bilder von Herrn Liesenfeld aus Heiligenstadt übernommen.

Bitte beachten Sie ich hatte die Genemigung der Stassfurt Webseite.

Sollten auch von Ihnen hier Bilder zu sehen sein, so wenden Sie sich an Stassfurt.

Stassfurt II

Die Geschichte einer Radio Firma: 80 Jahre Staßfurter Rundfunktechnik

Truhengerät für Netzbetrieb 110-220V Gittervorspannung mit Batterie: Typ: STD 4 Baujahr 1928/29

seite-7

​1945

12. April: US-Amerikaner besetzten Staßfurt und das Werk. Beschlagnahme der Fernsteuergeräte, Entwicklungs- und Prüfanlagen sowie Bauunter!agen. Plünderung der Werksanlagen durch Ausländer und Einheimische. Im Herbst bescheidener Anfang in einem teildemontierten und ausgeplünderten Werk. Weiterbau bekannter Modelle, zaghafte Neuentwicklung von Geradeaus-Empfängern, 80 Beschäftigte.

1945 Westdeutschland 16.12.1948 Dipl. Ing. Wolf Steindorff, der ehemalige Direktor der Firma Stassfurt gründet in Osterode die Continental – Rundfunk GmbH. Das Firmenlogo der Stassfurt kann weiterhin verwendet werden. 27.11.1957 Die Firma meldet Konkurs an. Nahezu alle Mitarbeiter werden entlassen.

1945 Ostdeutschland Unter russischer Regie werden Geräte für die UdSSR produziert

01.06.1945 Wiederaufnahme der Rundfunkgeräteproduktion mit 157 Mitarbeitern in ehemaligen Produktionsstätten im Stadtgebiet.

01.08.1945 Herr Bernward Müller wird mit der kommissarischen Leitung der „Staßfurter-Rundfunk-Gesellschaft m.b.H.“ beauftragt.

18.12.1945 Mit dem Befehl Nr. 75 (Staßfurter Rundfunk) wird durch General Major Kotikow, Herr Bernward Müller als Sequester bestellt.

seite-8

3-Röhren-Präzisionsempfänger: Typ: W 329 Baujahr 1929

1946 30. Juli: Betrieb sequestiert, unterstellt der Verwaltung durch die Provinz Sachsen Beginn der Lehrlingsausbildung mit 9 Lehrlingen (Lehrecke)

1946 / 47 Der Betrieb gehört zu: INDUSTRIE-WERKE SACHSEN ANHALT.

1948 1. Juli: Umbenennung und Neugründung des Unternehmens als VEB Stern – Radio Staßfurt. 4. September: Beschlagnahme der firmeneigenen Vermögenswerte und Enteignung wurde rechtskräftig. Neue Firmenbezeichnung am 1. 6. 1948: VEB Stern-Radio Staßfurt, in der VVB RFT Radio und Fernmeldetechnik Leipzig. In Osterode/Harz – Licht- und Kraftwerke Harz – wurde am 16. September die Continental-Rundfunk GmbH von Wolf Steindorff gegründet.

1948 Produktion von: "Stern" – Plattenspielerschatu!len, Einkreis-Geradeausempfängern 1 U 11 und Rundfunkgeräten 4 U 61/62.

01.05.1949 Übergabe einer neuen Lehrwerkstatt

13.10.1949 Eröffnung des 1. Werkskindergartens (,,Zum Kinderland") mit Hort für 40 Kinder in einer Baracke auf dem Betriebsgelände

15.12.1949 Erfüllung des Jahressoll zu 100% mit 26987 Radiogeräten

13.01.1950 Im Betrieb sind 637 Arbeitskräfte beschäftigt.

06.06.1950 Übergabe der Betriebsberufsschule im VEB "Stern – Radio` Staßfurt.

1951 Beginn der Produktion einer Staßfurter Eigenentwicklung des Radiogerätes "Stern 6 E 51" in Halle 1.

06.09.1951 Übergabe einer Empfangs- und Heilstätte Rathmannsdorf Beschallungsanlage an die Tbc – durch die Belegschaft des VEB "Stern – Radio".

05.12.1951 Im VEB – RFT – "Stern – Radio" werden 141 Lehrlinqe ausgebildet.

seite-9-01

4-Röhren-Schirmgitter-Netzempfänger: für Wechselstrom 110-220V Typ: W42 Baujahr 1931/32

seite-9-02


Truhengerät geschlossen: Typ: Imperial 5 Baujahr 1932

01 .05.1952 Eröffnung einer Kinderkrippe und einer Kindertagesstätte im Betrieb.

30.06.1952 Das Vorschlags- und Erfindunqswesen im Betrieb wird verbessert.

22.07.1952 II. Delegiertenkonferenz zur Annahme des Kollektivvertrages im Betrieb durchgeführt.

1952 – 1955 Produktion des Gerätes "5 E 63"

01.03.1953 Eröffnung einer Lebensmittelverkaufsstelle (Vst. 111) im Betrieb

18.03.1954 Betriebskollektivvertrag für das Jahr 1954 unterzeichnet

01.06.1954 Produktionsaufnahme von Massenbedarfsgütern wie: Kabelschellen, Klingeltrafos und Schuhspanner

01 .09.1954 VEB "Stern-Radio Staßfurt wird Sieger im überbetrieblichen `Wettbewerb der vier "Stern-Radio-Betriebe.

23.09.1954 Die ersten 500 "Radio-Bastelkästen" verlassen die Lehrwerkstatt (Massenbedarfsgüterproduktion)

02.10.1954 Begutachtung des Messemusters eines neuentwickelten Fahrradsupers

24.11.1954 Die Betriebszeitung "Im Skalenlicht" erscheint im 1. Jahrgang mit der Nummer 10

seite-010 6-Röhren-Superheterodyne-Netzempfänger für Wechselstrom 110-220V, Typ: Imperial Junior Baujahr 1931/32

1956 wurde die Entwicklung des 1. Fernsehgerätes Typ "Iris 12" aus Staßfurt begonnen. Am 31. 12. 1957 waren bereits 9000 Geräte gebaut. Wahrhaft eine große Leistung, wenn man bedenkt, dass im VEB Stern-Radio weder Erfahrungen noch Fachkräfte für die Fernsehtechnik vorhanden waren. Vom ‚Iris 12" wurden von 1957 bis 1960 über 100000 Geräte gebaut. Parallelfertigung von Rundfunkgeräten bis 1962.

12.09.1956 Zeitungsbericht über die Leipziger Herbstmesse mit Vorstellung eines Staßfurter Fernsehgerätes (Laborstadium) und des "Diamant` mit Drucktastenumschaltung und der "Sinfonie.

01.10.1956 Eröffnung der Spezialverkaufsstelle für Staßfurter Rundfunkgeräte in der Karl-Marx-Straße. Die Musikvitrine in "Violetta" kostet 1250,- DM. Teilzahlunq war möglich.

13.12.1956 Der Werkleiter Siegfried Kästner überreicht der Pionierorganisation der Goetheschule ein Fernsehgerät.

September 1957 Staßfurter Rundfunkbetrieb produziert die ersten Fernsehgeräte vomTyp "Iris 12 A".

19.08.1957 VEB "Stern-Radio" erhält die Wanderfahne des Ministerrates.

03.09.1957 Brand in zwei Lagerbaracken im VEB "Stern-Radio" durch Funkenflug einer Lokomotive.

01.05.1957 Übergabe einer "Zentralen Rundfunkfernsehgerätereparaturwerkstatt" am Schäfereiberg 1.

seite-011

Netzanschlußgerät mit eingebauten Lautsprecher: Typ: Imperial 5 Baujahr 1932

1958 Gerhard Kubitschek, der Gründer der Kuba Imperial kauft die Continental – Rundfunk GmbH und ändert den Namen in "Imperial Rundfunk und Fernsehwerk GmbH" um 01.07.1966 Die Firma gehört nun zum US Konzern General Electric, später zu AEG – Telefunken 1972 Die Firma schließt. (siehe auch Firmengeschichte Kuba)

Herbst 1960 Umbenennung in VEB Fernsehgerätewerk Staßfurt. 2 500 Beschäftigte, in der Vereinigung RFT bis 1990 = 23 000 Personen.

10.08.1961 Die "Rote Brigade" richtet an Walter U!bricht ein Schreiben, in dem sie fordert, den westdeutschen Menschenhändlern einen Riegel vorzuschieben.

06.10.1961 Übergabe einer Produktionshaile (Halle V 48m x 144m) imBetrieb durch den VEB Bau-Union Magdeburg.

12.02.1964 Übergabe eines Sozialgebäudes im FSGW.

16.12.1964 Das Ein – Millionste – Fernsehqerät läuft im FSGW vomBand.

1966 Verlagerung der Fernsehgeräte-Produktion von Radeberg nach Staßfurt. Staßfurt wurde alleiniger Hersteller.

15.01.1966 Übergabe einer neuen Kultur- und Sozialeinrichtung an der Löderburger Straße durch den Werkdirektor Ketscher.

Dezember 1966 Baubeginn für das neue Forschungshochhaus des FSGW.

seite-012

Kombinationsschrank Radio mit Plattenspieler: Typ: Imperial 53 Baujahr 1934

15.04.1967 Beginn der Fertigung von Kofferfernsehgeräten Typ K 67. Aus der Zeit der Transistorierung (1967) der Fernsehgeräte im FSGW Staßfurt stammt auch das Gerät "Stassfurt K 67", ein Fernsehportabei mit einer 28-cm-Bildröhre. Es war das einzige Gerät, welches auch für Batteriebetrieb ausgelegt wurde. Mit einer Leistungsaufnahme unter 15 Watt blieb es der Portabel mit der geringsten Stromaufnahme in der damaligen DDR. Selbstverständlich hat das Gerät auch ein eingebautes Netzteil.

04.06.1968 Übergabe des Kindergartens des FSGW in der Löderburger Straße.

10.05.1969 Baubeginn des Farbfernsehgerätes ..Color 20 nach SECAM lllb. Auf Beschluss von Partei und Regierung sollte im Jahre 1969 anlässlich des 20. Jahrestages der DDR das Farbfernsehen eingeführt werden. Dazu war die Entwicklung und der Bau von Farbfernsehempfängern in der DDR erforderlich. Daraufhin erhielt das damalige Zentrallaboratorium für Rundfunk- und Fernsehempfangstechnik. in Dresden (kurz ZWT genannt den Auftrag zur Entwicklung) und der VEB FSGW Staßfurt den Auftrag zur Produktion dieses Empfängers. Als Besonderheit sollte das Gerät volltransistoriert sein. Es sollte also die zu dieser Zeit in Europa noch übliche Verwendung von Röhren in den Leistungsstufen der Farb-FSF durch die Verwendung von Leistungstransistoren abgelöst werden. Seitens der Sowjetunion wurde Hilfe durch Bereitstellung von Lochmasken-Bildröhren (59 bzw. 61 cm Bilddiagonale, 90° Ablenkung) sowie von bestimmten Leistungstransistoren gegeben. Jedoch mussten weitgehend noch die temperaturempfindlichen Germanium-Transistoren statt Siliziumtransistoren verwendet werden. Das Ergebnis war das Gerät "Color 20", welches man damals (und auch noch heute) als "Transistorengrab" bezeichnete. 64 Transistoren waren enthalten. Andererseits brauchte jede Farbbildröhre eine sehr hohe Betriebshochspannung (24 kV). Diese beiden Tatsachen wirkten nun im "Color 20" objektiv gegeneinander.

02.10.1969 Fertigstellung des 1000. Farbfernsehgerätes "Color 20".

19.03.1970 Übergabe einer Kinderkrippe des FSGW in der Gänsefurther Straße.

12.06.1970 Eröffnung einer Kleinfeldsportanlage der BBS des FSGW.

seite-013-01

Kofferfernseher mit Batteriekasten (12V 6Ah): Typ: K 67 Baujahr 1967

seite-013-02 Der 1. K 67 läuft vom Band



An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bedanken.

Bei Günther Mengewein der es dem Radiomuseum Bocket gestattete diese Daten zu nutzen, ich Ende hier mit den Daten zu Stassfurt aber es gibt noch mehr zu lesen über Stassfurt nicht nur über die Radiozeit.

Besucht doch einfach mal die Umfangreichen Seiten von Günther.

Herkumftshinweis:

Auf diesen Seiten wurden teilweise Texte und Bilder von Herrn Liesenfeld aus Heiligenstadt übernommen.