Ihle

Aus Radiomuseum-bocket.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wissenswertes zu Max Ihle

Mit freundlicher Genehmigung von www.Tonbandwelt.de Bilder können vergrößert werden.

Nun folgen Bilder einer Ortsbegehung im Jahre 2002. Das damalige Werk in Kulmbach, Trendelstr. 1 wird heute teils geschäftlich, teils privat genutzt und ist längst nicht mehr in der Hand von Erben. Die Bilder sind etwas kleiner als hier sonst üblich, um besonders viele ablegen zu können. Ich finde diesen Blick hinter die Kulissen gepaart mit etwas Nostalgie oder Wehmuth recht spannend…



Die Umgebung der Ihle Apparatebau in Kulmbach ist tatsächlich sehr romantisch: Gleich außerhalb der Stadtmauer gelegen, in einem 'alten', ja historischen Industrieviertel mit Direktorenvillen aus der Gründerzeit und Industriegebäuden, die wohl bis in die Mitte des 19. Jhdts. zurückreichen könnten. Von der einen Seite blickt die Plassenburg herab (s.o.), von der anderen sieht die neogotische katholische Pfarrkirche Unserer Lieben Frau herüber. Erst durch Neubauten aus der Nach-Ihle-Zeit wurde dieser Blick, der sich den Ihle-Leuten bot, partiell verstellt. Außerdem gehört der Ihle-Komplex zu den mit Abstand größten Immobilien im gesamten Umgebungsbereich. Willi Studer arbeitete über lange Zeit unter erheblich beschränkteren Bedingungen. Die Firma Ihle müsste also -auch nach Maßgabe des mutmaßlichen Privathauses des Herrn Direktoris (Baujahr ca. 1968)- zumindest zeitweise wohl durchaus seinen Mann ernährt haben.

Auf den beiden folgenden Bildern ist noch deutlich der Schriftzug des ehem. Unternehmens zu erkennen.


Die Detektivarbeit wurde fortgesetzt. Von der Vertriebsfirma Alfred Austerlitz war z.B. zu erfahren, dass die Fa. Ihle ihren Sitz immer in Marktschorgast hatte und zwar in der Grundmühle. Der Verweis auf Münchberg kam daher, dass das Phonorex-Gerät nicht von Ihle, sondern von zwei Entwicklern der damals mit einer Außenstelle in Münchberg beheimateten Loewe-Opta entwickelt wurde und dann von Fa. Ihle lediglich gefertigt wurde. Somit steht fest, dass die Fa. Max Ihle eine oberfränkische Unternehmung ist.

Das wirft nun zahllose Spekulationen auf: haben die beiden Loewe-Opta-Mitarbeiter einfach nur einmal ihre Wünsche und Vorstellungen in Bezug auf ein technisch hochentwickeltes Tonbandgerät verwirklichen dürfen oder wollten sie sogar gegen Loewe heimlich oponieren? Haben die Entwickler bei Ihle weiterentwickelt, gab es überhaupt Entwickler? Die wichtigste Frage jedoch ist: warum verschwand die Firma?

Die (hauptsächlichsten) Entwickler dieses Gerätes waren ein gewisser Herr Schulte und ein Herr Bruno Woelke. Während Herr Schulte nach seiner Tätigkeit in Oberfranken nach Hannover ging (AEG-Telefunken ?), widtmete sich Herr Woelke der Fertigung von Tonköpfen in Schweitenkirchen und schuf die unter Bandmaschinenfreunden allseits bekannten Woelke-Tonköpfe (sie kamen auch gern in Saba-Geräten zum Einsatz :-)) Hauptabnehmer jedoch war wohl Grundig – die Gesamtstückzahlen sollen in die Hunderttausende gehen. Offenbar floss von der Entwicklungserfahrung des Phonorex viel in die Tonbandentwicklung bei Grundig mit ein, da Herr Woelke mit einem Entwickler bei Grundig, Herrn Hanswerner Pieplow, befreundet war.

Zu klären wäre nun noch, ob Herr Schulte bei AEG-Telefunken unterkam und ob er sogar in der Entwicklung der Bandmaschinen tätig war

Wie auch hier in diesem Betrag zu lesen ist hatte die Firma Loewe auch hier die Finger mit drin, sollte jemand weitere Infos zu Max Ihle und seiner Firma haben, so würde ich mich über diese Daten freuen.