Loewe Opta Das Optaphon 3

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Reparaturanweisung für Optaphon 54 K

Beschreibung

Mechanischer Teil :

(Bild 2) Der Antrieb des Optaphon- Gerätes erfolgt durch einen Außenläufermotor (11), dessen Drehrichtung elektrisch umgesteuert wird. Als Außenläufer hat der Motor durch seine große rotierende Masse eine so konstante Drehzahl, dass Gleichlaufschwankungen auf das erreichbare Minimum reduziert werden. Der Motor (11) dreht die beiden Antriebsscheiben (31) mittels eines Antriebsriemen (58) (Rundgummi).

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( Bild 3 ) Die Antriebsscheiben (31) laufen auf Achstrieben, die in Bild (3) zerlegt dargestellt sind. Jeder Achstrieb enthält zwei Sperren, Pos. (30 und 36). Wird der Antriebsriemen in eine Richtung bewegt, so wird beispielsweise die Sperre (30) blockiert, während die Sperre (36) freigegeben wird. Wird die Drehrichtung des Motors und damit die Bewegungsrichtung des Antriebsriemens umgekehrt, so wird die Funktion der beiden Sperren (30 und 36) ebenfalls umgekehrt. Die untere Sperre (30) wird zwangsläufig durch die Bewegung der Antriebsscheibe (31) mitgenommen. Die Sperre (36) hingegen wird durch den Keilauswerfer (34) mittels Filzfriktion betätigt. Diese Filzfriktion löst bei Änderung der Drehrichtung die Sperre (36) wieder aus.

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(Bild 1 – 2 – 4) Beim Betrieb des Optaphon- Gerätes liegt das Band jeweils an den rechten oder linken Flanken der Köpfe (44 und 45) an. Läuft das Band in der entgegengesetzten Richtung, so werden die Umlenkrollen (41) zwangsläufig durch die Umsteuerungseinrichtung (261 und 265) in die andere Endstellung umgelegt.

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Die Umsteuerungseinrichtung besteht aus dem an der linken Antriebsscheibe (31) angeordneten Gleitblech (261), der Schaltstange (263) und dem Mitnehmer (264). Das Gleitblech (261) wird durch den auf der Antriebsscheibe (31) befindlichen Filzring entsprechend der Drehrichtung der Antriebsscheibe ständig in einer Endstellung gehalten. Bei Umkehrung der Drehrichtung der Antriebsscheibe wird das Gleitblech (261) in die andere Endstellung befördert. Der unterhalb des Gleitbleches angeschraubte Z-Winkel gewährleistet durch den Eingriff in den auf dem Hals der Antriebsscheibe aufgezogenen Gummiring eine durchaus sichere Umschaltung. Die Zugfeder (265) sichert den Mitnehmer in seinen beiden Enstellungen, indem die Zugfeder beim Schalten die Totpunktlage überschreitet.

Für Magnetbandgeräte besteht die Forderung der gleichbleibenden Bandgeschwindigkeit von 19,05 cm/sek. über den ganzen Bandweg.

Würde man beispielsweise die aufwickelnde Bandspule mit konstanter Drehzahl antreiben, so würde mit zunehmendem Bandwickel- Durchmesser die Bandgeschwindigkeit laufend zunehmen, was der Forderung der konstanten Bandgeschwindigkeit entgegenstände.

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( Bild 1) Deshalb ist auf jeder Seite zwischen der Antriebsachse und dem Bandwickel eine Rutschkupplung eingschaltet. Diese arbeitet so, dass bei der aufwickelnden Seite die mitlaufende dreiarmige Tellerscheibe (40) mittels einer mit Spezialöl ( Shell JY 1) leicht getränkten Filzfriktion von dem großen Reibeteller der Antriebsachse (27) mitgenommen wird. Bei der abwickelnden Spulenseite ist die Antriebsachse durch die Sperre (36) blockiert und die Rutschkupplung der dreiarmigen Tellerscheibe bremst die Bandspule.

Durch diese Anordnung wird über die ganze Bandlänge ein Bandzug von 60 bis 90 g gehalten.

Um Störungen des Bandtransportes zu vermeiden, ist es unbedingt erforderlich, die Filze an den Tellerscheiben in gewissen Abständen mit dem jedem Laufwerk beigegebenen Öl nachzuölen. Hierbei sind jedoch nur ein bis zwei Tropfen zu verwenden und nicht die Filzscheiben so mit Öl zu sättigen, dass das Öl schon bei leichtem Druck auf die Filze herausquillt. Sollten die Filze eine dunkle Schmutzschicht aufweisen, so ist der Filz mit Tri oder Benzin abzureiben und leicht mit dem Spezialöl neu zu benetzen.

(Bild 2 – 3 – 7) Der Schnelllauf bei dem Optaphon wird dadurch erreicht, dass durch das Schalten des Knopfes (47) des Mehrstellenschalters (13) die Führung (19) durch die Taumelscheibe angehoben bzw. gesenkt wird. Dadurch werden die Löffel der Wippe (18) rechts bzw. links an der bandabwickelnden Seite an die Platine gedrückt. Die Scheiben (38 und 39) übertragen den Hub von ca. 1 mm auf die dreiarmige Tellerscheibe. Somit wird die äußere Friktion der dreiarmigen Tellerscheibe (40) aufgehoben und eine Friktion mit geringerer Reibung zwischen der Scheibe (39) und der dreiarmigen Tellerscheibe (40) erzielt. Das Band kann also mit einem geringeren Bandzug von der abwickelnden Seite abgespult werden. Um ein Vorbeigleiten des Bandes an der Tonrolle (61) zu vermeiden, wird diese durch die Taumelscheibe des Mehrstellenschalters (13) über das Leitblech (20) von der Motorachse abgehoben und wirkt in dieser Stellung nur als vom Band mitgezogene und freilaufende Leitrolle.

Da die Friktionswirkung der aufwickelnden Seite größer als die Friktionswirkung der abwickelnden Seite ist, wird das Band mit der Drehzahl des großen Reibtellers der Antriebsachse (27) der aufwickelnden Seite aufgespult.

Elektrischer Teil :

(Schaltbild): Die Steuerung des Motors erfolgt über zwei Relais, die mit einer Gleichspannung von 12 Volt gespeist werden. Diese Spannung wird von dem Netzübertrager Tr. 2 über den Trockengleichrichter Gr.2 erzeugt und steuert über den Mehrstellenschalter (13) im Schaltbild ( S 3 ) das Halte- bzw. Wenderelais (RS 1 und RS 2). Diese Relais schalten mit ihren Kontaktsätzen die Netzspannung von 220 Volt für den Motor (11). Das Halterelais (RS 1) wird in Stellung "Halt" des Mehrstellenschalters angezogen ( Kontaktplatte S 3 11).

Durch den Ruhekontakt des Relais wird die eine Phase des Motors abgeschaltet. Nach Schalten des Mehrstellenschalters in eine Arbeitsstellung wird der Motor durch Abfallen des Halterelais eingeschaltet. Die Drehrichtung des Motors wird von dem Wenderelais (RS 2) gesteuert. In der Laufrichtung nach links zieht das Wenderelais an (Kontaktplatte S 3 11), während es in der Laufrichtung nach rechts über die gleiche Kontaktplatte abfällt. Durch diese Funktion des Relais wird zwecks Drehsinn- Änderung die Hilfsphase des Motors über den 3 µF Kondensator (C 24) wechselweise an eine der Hauptphasen gelegt.

(Bild 2): Das Abschalten bzw. Umschalten des Motors am Bandende wird duch die Kontaktsätze (S4 und S5 = Pos. 74/75) getätigt. In der Stellung "Normal" wird das Halterelais durch Schließen des jeweiligen Arbeitskontaktes an den von den Umlenkrollen gesteuerten Kontaktsätzen (S4 und S5) zum Anziehen gebracht. In Stellung "Automatik" wird der Motor bei Erreichen des Bandendes nicht abgeschaltet sondern umgepolt. Die Umschaltung des Relais (RS 2) erfolgt im Bandlauf nach links (Wenderelais angezogen) durch den erhöhten Bandzug bei Erreichen des Bandendes über die Umlemkrollen, durch die der Ruhekontakt des Kontaktsatzes (S5 _ Pos. 74) geöffnet wird. Hierdurch wird der Haltestromkreis des Wenderelais unterbrochen, das Relais fällt ab und schaltet die Hilfsphase des Motors auf das andere Phasenpotential. Im Bandlauf nach rechts wird der Haltestromkreis des Wenderelais geschlossen und schaltet im Prinzip wie oben angeführt.

(Schaltbild) Der Teil des Verstärkers mit der Röhrenbestückung EF 12 K und EF 12 dient als Abhörentzerrer (Wiedergabeverstärker) in der Stellung "Wiedergabe" bzw. als Mikrofonverstärker in der Stellung "Aufnahme". Der Ausgangspegel beträgt in beiden Fällen ca. 1,5 Volt an 500 kOhm, also passend zu dem Tonabnehmereingang der Rundfunkempfänger. Der Aufsprech- Eingang des Verstärkers, der über ein Höhenvoranhebungsglied direkt mit dem Kopf verbunden ist, ist hochohmig ( ca. 100 kOhm) und benötigt zur Vollaussteuerung 30 – 50 Volt bei 1000 Hz. Diese Spannung entspricht dem hochohmigen Ausgang der meisten Rundfunkgeräte (Primärseite des Ausgangsübertrages 3 – 10 kOhm). Die Hochfrequenz von 52 – 55 kHz (Schwingkreis mit der Röhre EL 11) dient als Löschfrequenz und zur Vormagnetisierung beim Aufsprechen. Um bei Bandaufnahmen von Rundfunksendungen in den Kurz – Mittel – Langwellen – Bereichen einer Überlagerungsmodulation ausweichen zu können, die sich als Pfeif- oder Heulton bemerkbar macht, ist die Löschfrequenz mittels der Frequenzweiche durch Drehen des Knopfes (82) um 3 kHz variabel.

Die mechanische Verriegelung beim Schalten auf Stellung "Aufnahme" dient als zusätzlicher Schutz gegen irrtümliches Löschen des Bandes, da bekanntlich in jedem Falle bei einer Bandaufnahme ("Aufnahme") das Band durch den Löschkopf gelöscht wird.

(Bild 1-2 und Schaltbild): Schaltet man z.B. den Wiedergabe- Aufnahmeschalter (S2 = Knopf 47) rechts auf "Aufnahme", so wird durch die Drucktaste (49) der Kombinationsknopf (44) über den Schalter (S 10) kurzgeschlossen. Dieses Kurzschließen soll eine durch den Schaltvorgang mögliche Magnetisierung des Kombikopfes ausschließen. Die Schalter (S9 und S11) = Pos. 71/70 sind so justiert, dass sie während des Kopfkurzschlusses durch den Schalter (S10) den Anodenstrom für den HF- Kreis ein- bzw. ausschalten, d.h. die Ein- Ausschaltung des Anodenstromes durch die Kontakte (S9 und S11) erfollgt erst nach dem Schließen bzw. vor dem Öffnen des Kontaktes (S10).

(Bild 2): Der Schalter (S2) wird durch den Schalthebel, der mit dem Schalter Pos. 15/47 verbunden ist, betätigt.

Als Spitzen- Aussteuerungskontrolle, d.h. als Übersteuerungsanzeige, wird bei dem Optaphon eine Glimmröhre (73) verwendet, die über einen Widerstand von 500 kOm direkt mit dem hochohmigen Ausgang des Gerätes in Verbindung steht.

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(Bild 7): Bei einer Durchsicht des Optaphon- Laufwerkes in einer Reparaturwerkstatt ist es wünschenswert, in jedem Falle die Sauberkeit der Tonrolle (61) und der die Tonrolle antreibenden Motorachse (11) zu überprüfen. Sollte sich Bandstaub abgesetzt haben, so ist dieser mit einem in Tri (? mir unbekannt) oder gereinigtem Benzin getränkten Lappen zu entfernen. Desgleichen können die Köpfe an ihrem Spalt mit Bandstaub verschmutzt sein. Dies würde ein starkes Abfallen der Höhen verursachen. Beim Reinigen des Spaltes ist unter keinen Umständen ein Schraubenzieher oder ähnliches Werkzeug zu verwenden, da diese den Spalt beschädigen könnten. Man nehme deshalb auch hier nur einen weichen Lappen oder den jedem Laufwerk beigelegten kleinen Reinigungspinsel.

Siehe auch Loewe Opta Das Optaphon u. Loewe Opta Das Optaphon 2

Diese Daten sind aus meinem eigenen Bestand, sie stehen mir als Original-Unterlagen zur Verfügung. Bocket 28.09.2003